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Kritiken

Konzert in der Klosterkirche Pfaffen-Schwabenheim am 09.08.2008

Bravo-Rufe für vergessene Werke
Festliches Kirchen-Konzert mit der Chursächsischen Capelle Leipzig

Langsam scheint es sich in Stadt und Verbandsgemeinde Bad Kreuznach herumzusprechen, dass in der Klosterkirche von Pfaffen-Schwabenheim Konzerte der Extraklasse zu erleben sind. Trotz sparsamer Werbung war die Kirche fast bis auf den letzten Platz besetzt, als die Fördergemeinschaft Kirchen, Klosteranlagen und Kulturdenkmäler die "Chursächsische Capelle Leipzig" präsentierte. Die zwölf Damen und Herren widmeten sich unter Leitung der Barockgeigerin Anne Schumann vergessener Werke des 18. Jahrhunderts. Und das in Perfektion. Es gab Bravo-Rufe, immer wieder langen Beifall und nach dem letzten Stück stehend dargebrachte Ovationen.

Höhepunkte des zweistündigen Konzerts waren der Auftritt der englischen Sopranistin Nicola Wemyss. Vor dem Fest "Mariä Himmelfahrt" am kommenden Freitag, das in Pfaffen-Schwabenheim schon seit Jahrhunderten als Wallfahrt begangen wird, sang sie zwei der Gottesmutter gewidmete Kantaten: Scarlattis "Salve Regina" und Händels "Il Pianto di Maria, Geistliche Kantate vor dem Heiligen Grabe aufzuführen". Gefühlvolle, schwermütige Musik, bei der der Leiden Marias bei der Kreuzigung ihres Sohnes gedacht wird. Die Barockgeige Anne Schumanns und die Theorbe Ophira Zakais gaben der Begleitung der Sängerin eine ganz besondere Note. Theorbe ist ein Bassinstrument aus der Familie der Lauten mit einem extrem langen Griffbrett. Eindrucksvoll beim "Salve Regina" war das kunstvolle, lange Amen mit verschiedenen Koloraturen, die Nicola Wemyss souverän meisterte.

Eingerahmt wurden die Kantaten von drei Concertos von Johan Helmich Roman, Francesco Geminiani und Antonio Vivaldi. Vivaldis "Concerto in due Cori", ebenfalls der Mutter Maria gewidmet, wurde für die Zuhörer ein weiteres Erlebnis. Anne Schumann in der Mitte unterhielt sich mit ihrer Barockgeige im Wechsel mit zwei Geigen und den Bassinstrumenten zu ihrer Rechten sowie mit drei Geigen und einem Cello zu ihrer Linken. Ein Effekt, der schon den Hofkapellen des 17. und 18. Jahrhunderts viel Beifall einbrachte. Anne Schumann, mehrere Jahre Konzertmeisterin des Barockorchesters der Europäischen Union, krönte so ihren Auftritt in Pfaffen-Schwabenheim, der nicht der erste war und nicht der letzte gewesen sein sollte.

Allgemeine Zeitung (www.main-rheiner.de), 12.08.2008

 

Internationale Faschfesttage Zerbst - Konzert am 11.04.08 in der Marienkirche Dessau:

Orchester setzt höchste Maßstäbe
«Les Amis de Philippe» spielte Instrumentalmusik von Johann Friedrich Fasch

Ob als Streichorchester, ob mit konzertierenden Hörnern, Flöten und Oboen, ob in einfacher oder doppelter Aufstellung - "Les Amis de Philippe" musizierten mit so viel Virtuosität und Vitalität, Natürlichkeit und Herzenswärme, dass nach wenigen Augenblicken nicht mal die berühmte Stecknadel unbemerkt zu Boden gefallen wäre. Die Konzertmeisterin geigte sich, salopp gesagt, die Seele aus dem Leib. Und Ensemblechef Ludger Rémy, der auch das zweite Cembalo bediente, benutzte schon mal den Bleistift als Dirigierstab, mal gab er den Einsatz durch Hinsetzen. In den Gesichtern der Musiker stand: Es machte ihnen Freude.

Mitteldeutsche Zeitung (MZ), 13.04.2008

Ganz still wurde es in der Marienkirche (Dessau), als Anne Schumann im Concerto F-Dur die Solovioline "zelebrierte".

Zerbster Volksstimme, 18.04.08

 

 

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